Das SDS ist eine familiengeführte Sportschule mit fast 50jähriger Tradition. Gegründet wurde das SDS von Horst Weiland, der nicht nur als privater Sportstudiobetreiber, sondern auch als Kampfsportler und Lehrer Pionierarbeit leistete. Asiatische Kampfkunst hatte damals noch den Touch des besonders Exotischen. Heute sind die verschiedensten Kampfsportarten in Deutschland und in Wilhelmshaven breit etabliert, und allein im SDS haben bereits Tausende Wilhelmshavener verschiedene Sportarten trainiert.

Ein Rückblick auf die wechselhafte SDS-Geschichte:

Nachdem er im Alter von fünfzehn fünf Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft verbracht und anschließend nur mit großem Aufwand seine Familie in Deutschland wiedergefunden hatte, wollte Horst Weiland seinem lang gehegten Interesse für die Kampfkünste nachgehen. Seine mehrjährigen Reisen führte ihn über Afrika und Frankreich schließlich nach Wilhelmshaven, wo er begann, die erlernten Kampfsportarten zunächst beim ASV zu unterrichten. Doch Weiland wollte seine Leidenschaft zum Beruf machen: am 1. Oktober 1963 gründete er als eine der ersten privaten Sportschulen sein „Studio der Selbstverteidigung“ (SDS) in der Gerichtstraße.

Die Ausstattung der Räumlichkeiten war zu Beginn sehr spärlich, doch man wusste zu improvisieren – die ersten Schüler absolvierten ihre Fallübungen noch auf Sprungfedermatratzen. Schnell hatten sich etliche Gruppen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eingefunden, die an den exotischen Sportarten und vor allem an Weilands Unterricht Gefallen fanden. Dabei machte der damals 35-jährige Meister auch schon mal mit originellen Trainingseinheiten von sich reden. Noch heute erinnern sich langjährige Mitglieder an Aufwärmgymnastik im hohen Schnee der Marktstraße. Ausgefallen aber war auch sein Firmenauto: ein winziges Goggomobil, das durch sein überdimensional riesiges SDS-Werbeschild weithin sichtbar war.

Weilands Sportstudio erfreute sich eines immer größeren Zulaufs, und bald lagerte er die Karate-Abteilung aus Platznot an den Ölhafendamm aus. Neben den klassischen Disziplinen wie Karate oder Judo erfreute sich aber vor allem die moderne ATK-Selbstverteidigung großer Beliebtheit. Diese Disziplin hatte Horst Weiland in jahrelangem Studium von Verteidigungstechniken unter dem Namen „Terrorkampf“ selbst kreiert und im Gründungsjahr seiner Sportschule offiziell vorgestellt. Der später in „Anti-Terrorkampf“ oder kurz ATK umbenannte Stil war speziell auf den Europäer zugeschnitten und sollte es auch schwächeren Personen ermöglichen, sich effektiv zu verteidigen. Die Techniken beruhen auf gezielten Nervendruckpressen, die genau dosiert werden können, damit ein Gegner unter Kontrolle gebracht werden kann, ohne verletzt zu werden. Heute ist ATK eine weit verbreitete Sportart, die auf eine ebenso lange Geschichte zurückblicken kann wie das SDS.

Tatkräftige Unterstützung erhielt Weiland seit 1968 von seiner Frau Hanna, die nicht nur bald selbst als erfolgreiche Trainerin auf der Matte stand, sondern auch unermüdlich die vielen Verwaltungs- und Repräsentationsaufgaben der Sportschule übernommen hat. 1993 ging die Geschäftsführung vollständig auf Hanna Weiland über. Sie betonte im Kampfsport-Studio eine familiäre Atmosphäre, die auch in Zukunft Bestand haben sollte. Auch Weilands Söhne Claude und Nico kannten von kleinauf vor allem die Trainingsmatte und lernten, kaum dass sie laufen konnten, schon ihre ersten Jiu-Jitsu-Griffe. 2008 fand dann der dritte Wechsel in der SDS-Leitung, diesmal ein Generationswechsel: Claude Weiland übernahm die Leitung des Familienstudios, dessen Erfolgsweg er in den Jahren zuvor schon stark mitgeprägt hatte.

Aber zurück zu den Anfängen. Die Aktivität des SDS blieb nicht lange auf Wilhelmshaven beschränkt. Im Jahr 1976 wurde in Jever ein Ableger der schon sehr erfolgreichen Sportschule gegründet, zunächst im „Schützenhof“, danach in der Drostenstraße. Später wurde in der Schlosserstraße eigens ein neues Trainingszentrum errichtet, das sich im Wilhelmshavener Umland großen Zuspruchs erfreute.

1976 war auch das Jahr, in dem die alte Wirkungsstätte an der Gerichtsstraße endgültig aus allen Nähten platzte. Bei der Suche nach größeren Räumlichkeiten wurden Weilands im Textilhof an der Ulmenstraße fündig. Hier standen ihnen und ihren Schülern über 700 Quadratmeter Fläche zur Verfügung, und damit optimale Möglichkeiten nicht nur für das tägliche Training, sondern auch für zahlreiche Lehrgänge und Meisterschaften.

So bildeten sich in der Folgezeit Kampfsportler aus dem In- und Ausland bei Kampfsport-Seminaren im SDS weiter. International geachtete Meister und Lehrer unterrichteten auf Weilands Matte, darunter der Schweizer Robert Tobler, der Däne Knud Janson, der Türke Yilmaz Aydin, der US-Amerikanier Prof. Philippe Chenique und der Österreicher Josef Ebetshuber. Umgekehrt erlangten auch SDS-Sportler etliche Titel, viele von ihnen brachten es zum Deutschen Meister, Europameister oder holten andere internationale Siege.

Zu einem ganz besonderen internationalen Renommee seiner Sportschule trug Horst Weiland selbst bei. Mit den virtuosen Vorführungen seiner Kunst erregte er großes Aufsehen, seine berühmteste Sensation: er zerschlug neun Dachpfannen mit dem Kopf.

Doch auch in Zahlen ist die Leistung des SDS beachtlich. In den fast 50 Jahren seines Bestehens wurden über 7000 Schülerprüfungen abgenommen, und aus der fundierten Budo-Ausbildung gingen mehr als 200 Meister hervor, die anschließend selbst unterrichteten. Rund 10.000 Wilhelmshavener lernten im SDS eine Kampfsportart, und viele Ehemalige schauen gern hin und wieder in ihrer alten Wirkungsstätte vorbei. Neben dem lehrreichen Training bleibt ihnen allen vor allem das familiäre Ambiente und der gegenseitige Zusammenhalt im Gedächtnis.

„Der Geist lenkt, der Körper vollführt, die Seele vereint beides“, ist der Wahlspruch Horst Weilands gewesen. Sein Leben widmete er stets den Kampfkünsten, seiner Familie und seinen zahlreichen Schülern. Vor allem sein Einsatz für Kinder und Jugendliche – ob im Training oder in der Unterstützung entsprechend ausgerichteter Einrichtungen – war ein großer Schwerpunkt und wird auch in Zukunft eines der Hauptanliegen des SDS bleiben.